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1. Verteidigungspolitisches Seminar der Kreisgruppe Saarland SĂŒd
Am 21. MÀrz trafen sich fast 30 Kameraden, darunter auch Vertreter des Kreis- und Landesvorstandes in unserem Vereinsheim, um an den VortrÀgen der Referenten OTL Marko Gangi und Hptm. a. D. d. R. Andreas Schenk teilzunehmen.
Nach der BegrĂŒĂung und einer kurzen Anprache durch den 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Saarland SĂŒd, SU d. R. Thomas Geller und unseres 1. Vorsitzenden SF d. R. Alfred Höllisch wurde das Seminar eröffnet. Zu Seminarbeginn hielt der StOffzRes des LKdo Saarland, OTL M. Gangi einen interessanten Vortrag ĂŒber
âAuftrag und neue Struktur der Truppenteile der Bundeswehr im Saarlandâ
Nach einer persönlichen Vorstellung und seinem beruflichen Werdegang, berichtete der gebĂŒrtige SaarlĂ€nder ĂŒber die beiden Truppenteile des Saarlandes: LKdo (Landeskommando) Saarland
LLBrig (Luftlandebrigade) 26
So wurden Geschichte, Aufgabenspektrum, Personalstrukturen und Gliederungen, sehr anschaulich mittels einer PowerPoint PrÀsentation dargestellt.
Das Landeskommando ist der territoriale Ansprechpartner der Bundeswehr fĂŒr alle zivilen Behörden und die militĂ€rischen Dienststellen der alliierten StreitkrĂ€fte. Zu den Hauptaufgaben gehören:
· Wahrnehmung der Aufgaben als Territoriale Kommandobehörde im Saarland · ReprĂ€sentant der Bw gegenĂŒber dem Bundesland · Zivil-MilitĂ€rische Zusammenarbeit (ZMZ) mit dem Bundesland und zivilen Dienststellen. · Planerische Vorbereitung, Abstimmung und Koordination aller UnterstĂŒtzungsleistungen durch die Bw bei Katastrophen und besonders schweren UnglĂŒcksfĂ€llen. Bildung einer militĂ€rischen UnterstĂŒtzungszelle im Krisenstab der Landesregierung auf Anforderung · Koordination und UnterstĂŒtzung der Presse- und Ăffentlichkeitsarbeit im Saarland · Wahrnehmung der freiwilligen Reservistenarbeit in Zusammenarbeit mit dem VdRBw · Personelle UnterstĂŒtzung von CIMIC-Ktg bei AuslandseinsĂ€tzen.
Der Beauftragte der Bundeswehr fĂŒr die ZMZ (BeaBwZMZ) wirkt auf Ebene Landkreis/Stadtverband SaarbrĂŒcken als Vertreter der Bw bei der zivilen Notfallplanung mit.
Die BeaBwZMZ werden unterstĂŒtzt durch Kreisverbindungskommandos (KVK) in den Landkreisen: Merzig-Wadern Neunkirchen Saarlouis Saarpfalz-Kreis St. Wendel Stadtverband SaarbrĂŒcken Ferner verfĂŒgt das LKdo ĂŒber ein FBZ (Familienbetreuungszentrum) Das Familienbetreuungszentrum Saarlouis ist zustĂ€ndig fĂŒr Soldatenfamilien im Umkreis von ca. 80 km um den Standort Saarlouis, ungeachtet des Dienstortes oder der Teilstreitkraft der Soldaten.
Die Luftlandebrigade 26 âSaarlandâ ist ein luftbeweglicher GroĂverband mit einer GesamtstĂ€rke von etwa 3.500 Soldaten. Die Brigade hat im Rahmen ihres Aufgabenspektrums AuftrĂ€ge auszufĂŒhren, die als "Spezielle Operationen" bezeichnet werden. Sie fĂŒhrt EinsĂ€tze von spezialisierten KrĂ€ften bei Rettungs-, Evakuierungs-, und Schutzoperationen durch. AbhĂ€ngig vom jeweiligen Auftrag stellt die Luftlandebrigade 26 einen Einsatzverband aus den Truppenteilen der Brigade, ergĂ€nzt durch Spezialisten aus der gesamten Bundeswehr, zusammen. Seit dem Bestehen der Luftlandebrigade 26 âSaarlandâ nehmen ihre Soldaten regelmĂ€Ăig an nationalen und NATO-Ăbungen teil. Besonders eng arbeitet die Brigade mit französischen FallschirmjĂ€gereinheiten zusammen. Die Soldaten der Brigade gehören seit 1991 regelmĂ€Ăig zu den ersten KrĂ€ften bei AuslandseinsĂ€tzen. Die Luftlandebrigade 26 in Saarlouis gliedert sich wie folgt:
- Stabskompanie
- FallschirmjÀgerbataillon 261 (Lebach)
- FallschirmjĂ€gerbataillon 263 (ZweibrĂŒcken)
- LuftlandeunterstĂŒtzungsbataillon 262 (Merzig)
- LuftlandeaufklĂ€rungskompanie 260 (ZweibrĂŒcken)
- Luftlandepionierkompanie 260 (Saarlouis)
Es folgte danach die ausgiebige Mittagspaus, in der die Zeit genutzt wurde, um unter den GĂ€sten und Kameraden eine lockere GesprĂ€chsrunde zu dem Seminatthema zu tĂ€tigen. Nach einem deftigen Mittagessen aus der altbewĂ€hrten âGulaschkanoneâ kamen wir zum 2. Teil der Veranstaltung. Dem, durch eine Photo- und Videoshow, unterlegten Vortrag von Hptm. a. D. d. R. Andreas Schenk, mit dem Thema
âBericht von seinem Einsatz in Afghanistanâ, [Reservisten im Auslandseinsatz]
âDas A und O eines Auslandseinsatzes ist die Ausbildung. Man sollte bei einem solchen Vorhaben mit einer 4-wöchigen Vorlaufzeit rechnen, um sich als Reservist in den Dienst der aktiven Truppe einzugewöhnen. Wichtig sind ferner auch die persönliche Vorbereitung, wie z. B. die körperliche Fitness, moralische Bereitschaft und natĂŒrlich die entsprechende politische Einstellung, um sich den Herausforderungen eines solchen Auslandseinsatzes stellen zu können.â Dann wĂ€re auch das Alter kein Problem, so der 60-jĂ€hrige Referent. A. Schenk weiĂ wovon er spricht. Er diente vom 03.09. bis 26.10.2008 als Flugsicherheitsoffizier am Flughafen Kunduz. Da ihm u. a. die dort beschĂ€ftigten afghanischen Arbeiter unterstellt waren, erlernte er zuvor die Landessprache Paschtu. Dadurch war es ihm möglich einen sehr engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu pflegen. Davon konnten wir einen bildlichen Eindruck gewinnen. Er berichtete sehr anschaulich ĂŒber sein AuftrĂ€ge und Aufgaben im Einsatzland und auch ĂŒber die groĂen psychischen Belastungen eines solchen Einsatzes. Der durch die immer hĂ€ufiger werdenden AnschlĂ€ge gegen die ISAF Einheiten (aus dem engl. International Security Assistance Force)und oft auch die Trennung von der Familie verursacht wird. Psychologische Betreuung erhalten die Kameraden im Einsatzland durch den Standortpfarrer, die ggf. am Heimatstandort fortgesetzt wird. Auch im schlimmsten Fall, bei einer posttraumatischen Belastungsstörung i. R. einer Kur. Trotz allem sei es wichtig, weiter die kulturelle Kompetenz zu agieren und die Sicherheits- und Aufbaumission in Afghanistan zu erfĂŒllen. So denkt A. Schenk schon ĂŒber seinen nĂ€chsten Einsatz nach.
Nach Beendigung ihrer Referate und einer anschlieĂenden Diskussionsrunde wurden die Referenten noch durch den Kreisvorsitzenden mit dem Ehrenschild der Kreisgruppe Saarland SĂŒd ausgezeichnet. Man konnte eine positive Resonanz aus den Reihen der Teilnehmer vernehmen, die uns ermutigend in die Zukunft blicken lĂ€sst.
Bericht: M. Theobald/T. Geller
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