Vortrag unseres Kameraden
HF d. R. Erwin Zemke

StratAirMedEvac

Über die Rückführung verwundeter/kranker Soldaten aus dem Ausland in der “fliegenden Intensivstation” im Airbus A 310 MRT der Bundeswehr.

Die Zahl der Auslandseinsätze der Bundeswehr nimmt immer mehr zu.
Die Gefahr für die im Ausland eingesetzten Soldaten wächst, gerade in Afghanistan, wo ein Ende des Einsatzes nicht abzusehen ist. Angesichts der steigenden Zahl von Anschlägen mit Toten und Verletzten hat die Bundeswehr ein ausgefeiltes Logistikkonzept entwickelt, um verletzten Soldaten zu helfen. Wenn Selbst- und Kameradenhilfe und die medizinische Betreuung vor Ort nicht mehr ausreichen, um die volle Verwendungsfähigkeit des Soldaten innerhalb von 12 Tagen wiederherzustellen, wird die Behandlung in Deutschland fortgesetzt.
Dann kommt StratAirMedEvac ins Spiel, der Strategische Luftverwundetentransport. Über dieses Konzept hat kürzlich der HF d. R. Erwin Zemke vom SanZentrum des Fallschirmjägerbataillons 263 Zweibrücken unserem Vereinsheim auf dem Eisenberg einen sehr informativen und gut besuchten Vortrag gehalten.
Zemke weiß, wovon er spricht. Er war schon dreimal in  Afghanistan, daneben auch in Usbekistan, im Kosovo und in Bosnien im Einsatz. Zur Einstimmung zeigte er schockierende Fotos von Anschlagsopfern, die unter die Haut gingen. "Das MedEvac-System der Bundeswehr ist weltweit einzigartig", so Zemke. "Im Gegensatz zu den Amerikanern können wir in unseren Flugzeugen Verletzte intensiv behandeln."
Zentrale Planung, Priorisierung und Steuerung der Krankenrücktransporte aus dem Ausland obliegen dem Sanitätsführungskommando in Koblenz. Die in Afghanistan verletzten Soldaten werden je nach Zustand mit Dringend-, Vorrang- oder Routine-Flügen in Airbus- und Transall-Maschinen via Usbekistan nach Deutschland ausgeflogen. Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um die bestmögliche Versorgung der in Einsätzen oder Übungen im Ausland verletzten Soldaten sicherzustellen. "Notfalls wird eine Maschine auch nur für einen Soldaten eingesetzt", sagte der Referent. "Bis jetzt haben wir noch jeden verletzten Soldaten nach Hause gebracht." Nach der Landung in Deutschland werden die Verletzten ins Bundeswehrzentralkrankenhaus nach Koblenz oder in die BundeswehrkrankenhäuserUlm, Berlin und Leipzig transportiert. Übrigens: Die StratAirMedEvac fliegt nicht nur verletzte Angehörige der Bundeswehr, sondern auf Anforderung auch Patienten anderer Nationen.

Bericht: Stefan Jacobi